Ausbauhaus-Bungalow: mit Eigenleistung Kosten sparen

Ausbauhaus-Bungalow: mit Eigenleistung Kosten sparen

Mit einem Ausbauhaus und gezielter Eigenleistung lassen sich beim Bungalow Kosten senken. Welche Arbeiten sich anbieten und worauf zu achten ist.

Das Prinzip Ausbauhaus

Beim Ausbauhaus stellt der Hersteller den wetterfesten Rohbau bereit – also Außenwände, Dach, Fenster und teils die Haustechnik. Den Innenausbau übernehmen die Bauherren ganz oder teilweise selbst. Dieses Modell ist zwischen dem reinen Bausatzhaus und dem schlüsselfertigen Haus angesiedelt und ermöglicht spürbare Einsparungen für alle, die handwerklich geschickt sind und Zeit mitbringen.

Den Umfang der Eigenleistung – vielfach Muskelhypothek genannt – erkennen Banken bis zu einem gewissen Maß als Ersatz für Eigenkapital an. Realistisch sind je nach Vorhaben und Können Einsparungen im mittleren fünfstelligen Bereich, allerdings nur bei fachgerechter Ausführung der Arbeiten.

Welche Arbeiten sich für Eigenleistung eignen

Nicht jede Tätigkeit ist gleichermaßen für Laien geeignet. Die folgende Übersicht zeigt typische Gewerke und wie gut sie sich eignen.

GewerkEignung für Eigenleistung
Malern und TapezierenSehr gut geeignet
Bodenbeläge verlegenGut geeignet
Innenwände verspachtelnMit Übung geeignet
FliesenarbeitenMittel, erfordert Sorgfalt
Elektro und SanitärNur mit Fachkraft

Arbeiten an Elektrik, Gas und Heizung dürfen aus Sicherheitsgründen und wegen der Gewährleistung in der Regel nur Fachbetriebe übernehmen. Die Eigenleistung beschränkt sich hier meist auf Hilfsarbeiten.

Wie viel lässt sich sparen?

Wie groß die Ersparnis ausfällt, richtet sich nach dem Anteil der Eigenleistung. Wer Maler-, Boden- und Verspachtelungsarbeiten selbst erledigt, kann den Anteil des Endausbaus deutlich verringern. Als grobe Orientierung lassen sich durch konsequente Eigenleistung rund 5 bis 15 Prozent der Gesamtbaukosten einsparen. Alle Angaben sind unverbindliche Orientierungswerte und treten nicht an die Stelle eines individuellen Angebots. Bei der projektbezogenen Kalkulation hilft der Kostenrechner.

Versteckte Kosten der Eigenleistung

Eigenleistung gibt es nicht umsonst. Werkzeug, Maschinenmiete, Material und eventuelle Nacharbeiten mindern die Ersparnis. Dazu kommt der Zeitaufwand: Wer neben dem Beruf baut, dehnt die Bauzeit, was wiederum Kosten für die Zwischenfinanzierung verursachen kann.

Realistische Selbsteinschätzung

Am häufigsten wird die eigene Leistungsfähigkeit überschätzt. Bauherren sollten ehrlich beurteilen, welche Arbeiten sie zeitlich und handwerklich schaffen. Fehler beim Verspachteln oder Fliesen sind ärgerlich, Fehler an tragenden oder technischen Bauteilen können teuer und gefährlich werden. Im Zweifel ist es günstiger, ein Gewerk abzugeben, als es zweimal ausführen zu müssen.

Gewährleistung im Blick behalten

Sobald Eigenleistung ins Spiel kommt, verlagern sich die Zuständigkeiten. Für Mängel an selbst ausgeführten Arbeiten haftet der Hersteller nicht im Rahmen seiner Gewährleistung. Eine eindeutige Abgrenzung im Vertrag ist daher wichtig.

Eigenleistung und Finanzierung

Banken erkennen die Muskelhypothek oft an, verlangen jedoch eine realistische Bewertung. Zu hoch angesetzte Werte werden gekürzt. Wie Eigenkapital und Eigenleistung zusammenwirken, erläutert die Seite zur Finanzierung sowie der Beitrag zum Eigenkapital beim Bungalowbau.

Fazit

Ein Ausbauhaus-Bungalow ist eine reizvolle Möglichkeit, über Eigenleistung Kosten zu senken – vorausgesetzt, die Selbsteinschätzung stimmt und die passenden Gewerke werden ausgewählt. Maler-, Boden- und einfache Innenarbeiten bieten sich gut an, Elektro und Sanitär gehören in Fachhände. Wer Zeit, Werkzeug und Können realistisch einplant, spart spürbar, ohne die Qualität aufs Spiel zu setzen.

Häufige Fragen

Wie viel kann man mit einem Ausbauhaus sparen?

Mit konsequenter Eigenleistung lassen sich grob rund 5 bis 15 Prozent der Gesamtbaukosten einsparen. Wie hoch die tatsächliche Ersparnis ausfällt, hängt von Können, Zeit und dem Anteil selbst erledigter Arbeiten ab.

Welche Arbeiten darf ich beim Ausbauhaus selbst machen?

Gut geeignet sind Malern, Tapezieren, Bodenbeläge und einfache Innenarbeiten. Elektro-, Gas- und Heizungsarbeiten sollten aus Sicherheits- und Gewährleistungsgründen Fachbetriebe übernehmen.

Erkennen Banken Eigenleistung an?

Ja, viele Banken berücksichtigen die sogenannte Muskelhypothek als Ersatz für Eigenkapital, verlangen jedoch eine realistische Bewertung. Zu hoch angesetzte Eigenleistung wird häufig gekürzt.

Was sind die Risiken von Eigenleistung?

Zu den Risiken gehören Selbstüberschätzung, längere Bauzeiten, zusätzliche Material- und Werkzeugkosten sowie die fehlende Gewährleistung auf selbst ausgeführte Arbeiten. Entscheidend ist eine ehrliche Selbsteinschätzung.

Weiterführende Informationen

Belastbare, herstellerunabhängige Hinweise zu Baukosten bieten die Verbraucherzentrale sowie der Bundesverband Deutscher Fertigbau. So gleichen Sie die Angaben in diesem Ratgeber mit offiziellen, herstellerunabhängigen Quellen ab, bevor Sie Entscheidungen treffen. Einen neutralen Marktüberblick liefert zusätzlich unser Anbieter-Vergleich.

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